Familie Denkbauer :-)

Wir betreiben die JahBauer Biokiste als Familienbetrieb.

Niko Wögerbauer studierte Ökologische Landwirtschaft an der BOKU Wien und sammelte Erfahrungen mit Gemüsebau in Australien, Uganda und Österreich. Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit Landwirtschaft war die Suche nach einem Weg, ohne Ausbeutung von Natur oder Menschen seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Auf dieser Suche landete Niko zuerst bei Reggae, dann bei Rastafari und schließlich bei biologischer und nachhaltiger Landwirtschaft. Der Name JahBauer drückt diese Verbindung aus: Jah – den Gottesbegriff der Rastas – verstehen wir in dem Sinne, dass wir uns als Bauern als Teil eines großen Ganzen sehen und uns selbstverständlich für unseren Planeten verantwortlich fühlen.

Maria Denkmayr arbeitet neben ihrem Beruf als Pädagogin am Betrieb mit – und genießt die Arbeit mit Erde und Pflanzen oft als angenehmen Ausgleich zur Arbeit mit Kindern. Maria ist verantwortlich für Kundenkontakt, Kistlbriefe und Website.

Tatkräftige Unterstützung erhalten wir von unseren Kindern Jael und Fridolin!

Wichtiger Teil der JahBauer Biokiste sind außerdem unsere PraktikantInnen, ohne die vieles nicht möglich wäre.
Danke für die wertvolle Mitarbeit!

Unsere Arbeitsweise: Wertschätzender Umgang mit Ressourcen

Ein bewusster Umgang mit Ressourcen bedeutet für uns, das zu sehen und zu nutzen, was bereits da ist. Wir versuchen, Neues nur zu bauen oder zu kaufen, wenn es wirklich notwendig ist. In diesem Sinne haben wir die jahrelang leer stehende Klostergärtnerei in Geras gepachtet, die alten Glashäuser repariert und wieder mit jungen Pflanzen gefüllt.

Um die Ressourcen der Natur wertschätzend zu nutzen, braucht es ein Verstehen und sich Einlassen auf das, was da ist. Nur so können wir mit der Natur kooperieren, anstatt sie zu dominieren.

Ressource Boden

Genau wie beim Menschen ist eine ausgewogene Ernährung auch für Pflanzen die wichtigste Voraussetzung für Gesundheit. Gesunde Pflanzen sind widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Schädlinge und damit essentiell dafür, dass biologische Landwirtschaft überhaupt möglich ist.  Ein humusreicher und gut durchlüfteter Boden versorgt unsere Gemüsepflanzen mit ausreichend Nährstoffen. Für uns hat daher die Pflege unseres Bodens oberste Priorität: Durch Mulchen mit Stroh, Schafwolle oder Mulchfolie halten wir den Boden locker und feucht. So sparen wir auch Wasser beim Gießen und können auf tiefes Pflügen verzichten. Durch eine schonende Bodenbearbeitung, also möglichst wenig Einsatz von Traktor und Pflug, kann unser Boden seine natürliche Struktur behalten.

Wir alle brauchen gesunde Böden!

Bei all dem geht es aber nicht nur um die Qualität „unseres“ Gemüses. Die Zerstörung von Böden stellt heute eines der größten Umweltprobleme weltweit dar. Gesunde, fruchtbare Böden sind für uns alle eine wichtige Lebensgrundlage, genauso wie saubere Luft und Wasser.  In der konventionellen (aber auch in auf Massenproduktion ausgerichteter Bio-) Landwirtschaft wird der Boden durch zu intensive Nutzung ausgebeutet. Durch den Einsatz von tonnenschweren Maschinen verdichtet sich der Boden immer stärker. Viele für den Humusaufbau notwendige (Kleinst-)Lebewesen können in einem verdichteten Boden nicht leben. Wasser kann nicht ausreichend gespeichert werden, was zu einem schnelleren Auswaschen den Bodens und auch zu vermehrten Überschwemmungen führt. Hier wird kurzfristiger Profit auf Kosten von kommenden Generationen gemacht!

Ressource Pflanze

Wir sind dafür verantwortlich, unseren Kindern fruchtbare Böden zu hinterlassen. Konventionelle Landwirtschaft, aber auch Biogemüse aus Massenproduktion, kann das nicht leisten.

Standortangepasst…

Wir bauen eine große Vielfalt an Gemüsesorten, darunter viele alte Sorten und Raritäten, an. Während große Saatgutfirmen sich auf die Züchung von einheitlichem Gemüse nach Kriterien wie hoher Ertrag, gute Transportfähigkeit usw. speziealisiert haben, gibt es zum Glück noch einige kleinere Bio-Saatgutbetriebe, deren Ziel die Erhaltung von Sortenvielfalt ist. Aus diesem Sortiment wählen wir für die JahBauer Biokiste sorgsam jene Gemüsesorten, die für die Bedingungen an unseren Standorten am besten geeignet sind. Zusätzlich nehmen wir von Sorten, die sich für uns besonders gut bewähren, eigenes Saatgut ab. Noch vor wenigen Jahrzehnten waren standortangepasste Sorten im Gemüsebau eine Selbstverständlichkeit. Aus gutem Grund: Sie kommen bestens mit den Voraussetzungen des jeweiligen Klimas und Bodens zurecht, sie sind genügsamer (brauchen weniger Stickstoff) und weniger anfällig für Krankheiten und Schädlinge als die gängigen, auf Massenproduktion gezüchteten, Hybridsorten.

…und samenfest

Bis auf eine Ausnahme (Melanzani) verwenden wir ausschließlich samenfeste Gemüsesorten. Im Gegensatz zu den heute gängigen Hybridsorten sind samenfeste Sorten genügsamer. Sie brauchen weniger Spriztmittel und Dünger, dafür auch mehr Zeit zum Wachsen und Reifen. Hybridsorten sind meist auf hohen Ertrag und schnelles Wachstum gezüchtet und stehen daher permanent unter Stress.

Samenfeste Sorten geben ihr Erbgut weiter, d. h. sie lassen sich vermehren. Aus dem Samen einer Hybridtomate wächst dagegen keine (gesunde) Tomatenpflanze mehr. Samenfeste Sorten sind damit auch eine wichtige Voraussetzung für Ernährungssouveränität. Denn bei der Erhaltung alter Sorten geht es keineswegs bloß um Nostalgie – sondern darum, dass wir uns die Fähigkeit erhalten, eigenes Saatgut zu vermehren und durch standortangepasste Sorten von Saatgut- und Düngemittelkonzernen unabhängig bleiben (oder werden).

Ressource Wasser

Genau wie Menschen (und Tiere) können auch Pflanzen unter Stress stehen. Trockenheit bedeutet beispielsweise massiven Stress für Pflanzen. Aber auch Gießen mit sehr kaltem Wasser verursacht bei Pflanzen Stress: Sie ziehen sich förmlich zusammen und können dadurch das Wasser nicht mehr so gut aufnehmen. Gießt man mit kaltem Wasser, so hat man daher einen höheren Wasserverbrauch. Die Anbauflächen an unserem Teich bewässern wir daher mit dem von der Sonne vorgewärmten Oberflächenwasser. Eine Solarpumpe befördert das Teichwasser über Tröpfchenschläuche zu den durstigen Pflanzen. Das Teichwasser ist darüber hinaus auch schon mit Nährstoffen angereichert.

Für unsere Anbauflächen im Klostergarten Geras verwenden wir, solange es möglich ist, Brunnenwasser. Tröpfchenschläuche und Mulchdecken helfen uns auch hier, mit Wasser sorgsam umzugehen.

Ressource Tiere

Tiere können in einer biologischen Kreislaufwirtschaft eine wichtige Position einnehmen. Voraussetzung dafür ist, dass Tiere nur in dem Ausmaß gehalten werden, wie es das Gesamtsystem verträgt. Unsere Gänse essen Gemüseabfälle, die wir nicht mehr verkaufen und auch nicht mehr selber essen können. Etwa die äußeren Blätter von Kraut und Kohl, fauliges oder von Mäusen zerfressenes Wurzelgemüse. Für uns ist es ein gutes Gefühl, nichts wegwerfen zu müssen. Und im Winter genießen wir den einen oder anderen Gänsebraten, natürlich mit Rotkraut vom eigenen Feld.

Unentbehrlich sind Tiere außerdem auch als Düngerproduzenten: Pferde- und Hühnermist liefern wertvollen Stickstoff und können auch als „Mistheizung“ die Bodentemperatur auf natürliche Weise erhöhen.

 Ressource Mensch

Der Wirtschaftsektor Landwirtschaft gehört zu jenen Sparten, in denen Menschen tendenziell unterbezahlt sind. Ob im traditionellen Familienbetrieb, der nur bestehen kann, weil die gesamte Großfamilie inklusive der (eigentlich pensionierten) Großeltern mitarbeitet. Oder in Betrieben, die nur aufgrund billiger und nicht immer legal angestellter Arbeitskräfte aus östlichen Nachbarländern überleben können. Bio bedeutet hier leider nicht automatisch, dass auch alle MitarbeiterInnen einen fairen Lohn erhalten.

Die Verantwortung dafür kann man aber nur sehr begrenzt den einzelnen Betrieben zuschreiben. Denn die aktuellen Lebensmittelpreise haben mit dem tatsächlichen Arbeitsaufwand im bäuerlichen Betrieb wenig zu tun. Sie spiegeln vielmehr den Wert wider, der Nahrung von unserem Wirtschaftssystem gegeben wird.

Mit unseren Gemüsepreisen befinden wir uns bereits im oberen Bereich. Trotzdem sind diese Preise nur möglich, weil wir von Praktikantinnen und zahlreichen freiwilligen HelferInnen tatkräftig unterstützt werden.